„Explosion – Brisantes über Spreng- und Explosivstoffe“

Nachlese zum Vortrag von Dr. Peter Presinger

 

Am Donnerstag, dem 26. April 2018 fand im Hauptgebäude der KF-Uni Graz ein brisanter Vortrag statt. Dr. Peter Presinger war auf Einladung des Leiters des Hans Gross Kriminalmuseums, MMag. DDr. Christian Bachhiesl zu Gast in den Räumlichkeiten der Universität und referierte über sein Spezialgebiet – über Spreng- und Explosivstoffe.

Dr. Peter Presinger

Peter Presinger, Jahrgang 1937, arbeitete nach seinem Chemiestudium bei Dynamit Nobel in St. Lambrecht. Die Stelle dort hatte er aufgrund eines geographischen Missverständnisses angenommen, er wähnte St. Lambrecht nämlich in der Südsteiermark an der steirischen Weinstraße, wie Presinger in seinem Vortrag mit einem Augenzwinkern erläuterte.

Von der historischen Entwicklung von Sprengstoffen, ihrer Erzeugung, Zusammensetzung, Handhabung und Zündung, bis zu den verschiedenen Anwendungsbereichen und Prüfmethoden wurden  alle Themenfelder rund um Sprengstoffe in Presingers Vortrag abgedeckt. Er erklärte, wann man von  Verbrennung, von Verpuffung, von Explosion oder von Detonation spricht und Presinger untermalte seine Erläuterungen auch mit kleinen Experimenten, wie etwa dem Entzünden von Schwarzpulver.

Presinger erklärte nicht nur Begriffe wie Brisanz oder Detonationsgeschwindigkeit sondern sprach auch Kriminalfälle wie z.B. die Briefbombenattentate von Franz Fuchs in seinem Vortrag an. Fuchs, von den  Medien damals oft als „Bombenhirn“ bezeichnet, wurde von Presinger als gar nicht so technisch versiert angesehen, da ein Profi vermutlich eine andere Art von Sprengstoff verwendet hätte.

Auch diverse Filmfehler in Zusammenhang mit der Verwendung von Explosivstoffen wurden thematisiert. Oft werden in Filmen Sprengsätze mit einer Zündschnur zur Explosion gebracht, was in Wirklichkeit aber nur mit Hilfe eines Zünders möglich wäre.

Wie Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg sicher entschärft werden, beziehungsweise kontrolliert gesprengt werden, wenn eine Entschärfung nicht möglich ist, sprach Peter Presinger ebenfalls in seinem Vortrag an.

Peter Presinger ist auch Präsident der österreichisch-russischen Gesellschaft Stmk., und warf in einem kurzen Exkurs die Frage auf, wer im Vergiftungsfall Sergej Skripal ein Motiv haben könnte, diesen zu vergiften. Presinger wies darauf hin, dass Skripal zahlreiche russische Agenten in Großbritannien an die dortigen Behörden verraten hatte und diese daher womöglich eine sehr starke Motivation haben könnten Skripal etwas anzutun.

Zwischendurch lockerte Presinger seinen Vortrag nicht nur durch spannende Experimente auf, sondern auch mit humorvollen Anekdoten, etwa über diverse Streiche, die er gemeinsam mit einem Kollegen der hiesigen Jägerschaft gespielt hat.

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Presinger noch Fragen aus dem interessierten Auditorium und ermöglichte es dem Publikum diverse Exponate wie Zünder oder Patronen aus nächster Nähe zu betrachten.

MMag. DDr. Christian Bachhiesl, Leiter des Hans Gross Kriminalmuseums mit Dr. Peter Presinger

Alles in Allem war es ein explosiver Abend zu einem hochbrisanten Thema, sehr lehr- und aufschlussreich.

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